Permakultur

Permakultur – was ist das?

Uns wird immer klarer, dass das über die letzten Jahrzehnte entwickelte und gelebte Wirtschaftssystem nicht nachhaltig und zukunftsträchtig ist. Zu groß ist der Verbrauch natürlicher Ressourcen, zu gravierend die negativen Auswirkungen auf die Umwelt, zu unsozial die Auswüchse der Geldverteilungsmaschinerie. Doch: Wie kann eine andere Welt aussehen? Was muss bedacht werden, um langfristig stabile ökonomische, ökologische, kulturelle und soziale Systeme zu entwickeln?

Die Permakultur kann hierauf vielfältige Antworten geben, aber besser noch: Sie bietet uns eine Vielzahl an Gestaltungsprozessen und Analysemethoden, um Systeme so zu verändern und zu entwickeln, dass sich selbst erhaltende, organische Kreisläufe entstehen. Ursprünglich für die Landwirtschaft entwickelt, hat sie sich inzwischen zu einem Denkprinzip entwickelt, welches Brücken bildet über die Landwirtschaft hinweg zu Bereichen wie Hausbau, Energieversorgung, Landschaftsplanung bis hin zur Gestaltung sozialer Räume.

Die Gestaltungsprinzipien der Permakultur unterstützen beim Umgang mit Komplexität und fördern systemisches Denken. Sie wurden und werden aus der Beobachtung natürlicher Ökosysteme und aus Kulturen, denen es gelingt, langfristig lebenserhaltend zu agieren, destilliert. Zum Beispiel die zwölf Gestaltungsprinzipien von David Holmgren: In seinem Buch »Principles and Pathways« (Prinzipien und Wege) diskutiert Holmgren jeden seiner Leitsätze eingehend und zeigt auf, in welcher Beziehung er zu den anderen steht. Die Gestaltungsprinzipien selbst bilden also ein eigenes System, dessen einzelne Leitsätze in spannungsreicher, sich wechselseitig stärkender oder sich komplementär ergänzender Beziehung zu den jeweils anderen Prinzipien stehen. Hier geht es zur Webseite von David Holmgren: www.permacultureprinciples.com

Im Sinne der Permakultur hat jedes Element eines Ganzen multiple Aufgaben und Nutzen. Diese möchten wir als Projekt freiGarten wahrnehmen und aufeinander abstimmen und den freiGarten in Harmonie mit dem freiLand planen: es sollen neue Aufenthaltsorte – Lebens-, Entspannungs- und Arbeitsräume – entstehen. Der freiGarten soll ein permakultuereller Lernort sein  – Pflanzenwissen verbindet sich mit Gestaltung verbindet sich mit sozialer Verträglichkeit.

Da Permakultur ein weites Feld ist, werden wir regelmäßig Kurse und Workshops anbieten oder sind immer offen für Fragen. Vor allem aber ist der freiGarten ein Ort des Action Learning – wir experimentrieren und vertiefen unser Wissen durch das Tun: “Durch die Hand zum Verstand”.

Permakultur ist mehr als Gartenplanung!

Für eine enkeltaugliche Gestaltung unserer Lebensräume im Sinne der Permakultur genügen drei einfache ethische Prinzipien. Sie bilden die Entscheidungsgrundlage für jede Art permakultureller Gestaltung. Wir arbeiten im freiGarten unter Anwendung der Permakulturprinzipien:

Achtsamer Umgang mit der Erde (Earth care)

Die Lebensgrundlage des Menschen auf der Erde ist eingebettet in ein Geflecht von Abhängigkeiten, das wir gerade erst beginnen auch nur ansatzweise zu begreifen. In unserem eigenen Interesse sollten wir dafür sorgen, dass alles Lebendige weiter bestehen und sich in der ihm eigenen Weise reproduzieren kann.

Achtsamer Umgang mit den Menschen (People care)

Die Frage der sozialen Gerechtigkeit ist nicht neu. Wenn wir auch die Verantwortung für unsere Kinder und Enkel übernehmen wollen, kommt das Thema Generationengerechtigkeit in unseren Blick. Wie sieht eine Welt aus, in der alle jetzt und zukünftig lebenden Menschen, das gleiche Recht auf den Zugang zu den von ihnen benötigten ‘Ressourcen’ haben sollen?

Fairer Austausch von Ressourcen (Fair share)

Begrenze Konsum und Wachstum: Indem wir unseren eigenen Bedürfnissen Grenzen setzen, setzen wir ‘Ressourcen’ frei, um die beiden vorhergehenden Aspekte zu fördern.

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