IDEEN ZUM NACHMACHEN#7: Mobile Kompostbeete bauen

 

Baeckerkiste

Nicht jede Betonfläche lässt sich durch eine bunte Blumenwiese oder Gemüsebeete ersetzten. Was also tun?

Die Lösung sind mobile Kistengärten, die genügend Platz für Kräuter, Gemüse und Blumen bieten. Da es im freiLand reichlich versiegelte Fläche gibt, wollen wir diese Alternative nutzen und ausprobieren.
Alte Bäckerkisten sollen dabei als Kompostbeete dienen und bepflanzt und aufgestellt werden.

Das Mobile Kompostbeet

Warum das Thema „Gärtnern in der Stadt“?

Die Schaffung von Biotopinseln auf Brachflächen oder „toten“ Standorten fördert die Biodiversität in der Stadt und leistet einen Beitrag zur Stadtentwicklung:

  • die Biodiversität von Saatgut wird bei Kultivierung von traditionellen, alten Gemüse- und Obstsorten erhalten
  • Flächenverbrauch → neue Formen in der Landwirtschaft müssen gefunden werden
  • hoher Versiegelungsgrad → mehr freie und grüne Flächen
  • Klimaveränderung → Pflanzen für Verbesserung des Kleinklimas, Filterfunktion von Pflanzen
  • Nektar- und Pollenpflanzen für die Bestäuber-Insekten
  • das Ziel ist nicht eine komplette Selbstversorgung

Gärtnern im Sinne der Permakultur:

Wichtiges Prinzip der Permakultur: Vielfalt statt Einfalt – Mischkulturen und hohe Biologische Vielfalt sind nachhaltiger. Prinzipien der Permakultur:

  • Nutzung der natürlichen Ressourcen am Standort (keine Importe).
  • Bedarfsgerechte und kleinräumige Intensivnutzung (keine Ausweitung in die Fläche).
  • Energie- und Stoffkreisläufe schließen (z.B. Kompost und Dünger).
  • Ressourcen- und energieeffiziente Planung (z.B. Zonierung).
  • Ziel der Permakultur ist es, sich selbst regulierende Systeme zu schaffen

Das Hochbeet richtig befüllen und bepflanzen

Aufgrund der hohen Nährstoffkonzentration im Boden sollten im ersten Jahr Pflanzen angebaut werden, die einen hohen Nährstoffbedarf haben. Solche Pflanzen gehören zu den sogenannten Starkzehrern. Diese Pflanzen entziehen dem Boden sehr viel Stickstoff und benötigen aus diesem Grund auch viel Dünger.

1. Jahr = starkzehrende Gemüsepflanzen:

  • diese Pflanzen speichern kein Nitrat
  • Erdbeeren, verschiedene Kohlsorten, Lauch, Zwiebel, Möhren, Paprika, Gurken, Artischocke und Tomaten.
  • Nicht empfehlenswert für das Hochbeet sind Zucchini, Kürbis und Rhabarber. Sie benötigen zu viel Raum.

2. Jahr = Mittelzehrer

  • beispielsweise Rettich, Mangold, Chinakohl, Knoblauch, Zwiebeln, Kopfsalat, Spinat, Dill, Borretsch, Majoran, Petersilie, Rote Beete und Kartoffeln
  • Diese Pflanzen speichern Nitrat, welches im zweiten Jahr in der Erde wesentlich weniger vorhanden ist als im ersten Jahr.

3. Jahr = Schwachzehrer

  • Portulak (Posteleien), Rosenkohl, Salat, Weißkohl, Blumenkohl, Wirsing, Buschbohne, Erbse, Feldsalat, Radieschen und Kohlrabi

4. Jahr

  • Lauch, Petersilie, Rote Bete, Schwarzwurzeln, Möhren und 1-jährige Kräuter

→ Nach ungefähr fünf bis sechs Jahren hat sich das organische Material so zersetzt, dass davon kaum noch etwas übrig ist und die Nährstoffe wurden nahezu komplett an die Pflanzen abgegeben.

→ Die Erde aus dem Hochbeet ist immer noch ein guter Humus und kann zur Verbesserung des Bodens im ebenerdigen Gemüsegarten untergearbeitet werden.

→ Bevor man im Frühjahr neu pflanzt, sollte das Beet mit einem Kompost-Erde-Gemisch aufgefüllt werden, denn aufgrund der Verrottung fällt das Erdreich etwas zusammen.

Auf Mischkultur achten:

Mit Mischkultur sind Pflanzen gemeint, die sich optimal ergänzen. Das heißt, sie sollen sich über der Erde als auch unterirdisch ergänzen. So entnehmen verschiedene Pflanzen dem Boden unterschiedliche Nährstoffmengen, geben aber selber auch wieder verschiedene Nährstoffe an die Erde zurück. Also können sich Pflanzen durch ihren Duft oder ihre Wurzelausscheidungen gegenseitig schützen. Aus diesem Grund können Kräuter, die man zwischen das Gemüse pflanzt, als Abwehr – unter anderem – gegen Schädlinge dienen. Man nennt sie auch Gute Nachbarn – Schlechte Nachbarn. Listen von Kombinationen lassen sich z.B. hier finden: www.bio-gaertner.de (Stichwort Mischkultur).

Das Einsetzen erfolgt so, dass die höher wachsenden Pflanzen in der Mitte stehen und die niedrig wachsenden am Rand. So bekommen alle Pflanzen genügend Sonne.

Vorteile eines (Mobilen) Hochbeetes

  • Verwendung von organischen (Küchen)Abfällen
  • gute Arbeitshöhe
  • besseres und schnelleres Pflanzenwachstum
  • verbesserter Schutz vor Schnecken, Wühlmäusen und Maulwürfen
  • auf belastetem Untergrund kann man trotzdem gärtnern
  • Recyclingaspekt / Nutzung der vor Ort gegebenen Ressourcen
  • Variabilität des Standortes im Jahresgang z.B. bei unterschiedlichen Lichtverhältnissen

Wichtig! Nur torffreie Pflanzerde und Saatgut aus kontrolliert biologischen Anbau (kein HybridSaatgut) verwenden.

 

Die freiGarten-Workshopreihe “Von der Anzucht bis zum Hochbeet” wird gefördert von der Stiftungsgemeinschaft anstiftung & ertomis

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